Die Migränetherapie

Botulinumtoxin bei Migräne und Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können zahlreiche Ursachen haben. Nach internationalen Richtlinien werden mehr als 200 verschiedene Formen unterschieden. Die am häufigsten diagnostizierten Kopfschmerzformen sind die Migräne und der Spannungskopfschmerz.

Der Spannungskopfschmerz äußert sich durch dumpf-drückende Schmerzen im ganzen Kopf. Hier finden sich häufig begleitend muskuläre Dysfunktionen und Triggerpunkte im Kopf- Hals- Schulterbereich, die bei der Auslösung der Schmerzen mitbeteiligt sind.

Bei der Migräne kommt es attackenweise zu heftigen, meist einseitigem pulsierend- pochenden Kopfschmerzen. Dabei können auch Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Sehstörungen auftreten.

Bei der chronischen Migräne treten solche Schmerzattacken an mehr als 15 Tagen im Monat auf, aber auch Patienten mit geringerer Anfallsfrequenz empfinden die Erkrankung als relativ belastend.

Seit Oktober 2010 ist Botulinum für besondere Formen der Migräne in den USA und Großbritannien zugelassen. Es wurde ein auf der Triggerpunkt- Therapie basierendes Injektionsschema entwickelt. Es handelt sich um eine im Vergleich zu zahlreichen medikamentösen Therapien sehr nebenwirkungsarme Therapie- Alternative.

Weil das Botulinumprotein nicht als Tablette verabreicht werden kann, wird mit genau geeichten Spritzen und sehr dünnen Nadeln in die entsprechenden Muskelpunkte injiziert. Dabei werden vorab die entsprechende Region und auch die Stärke der Behandlung festgelegt.

Welche Wirkungen kann man erwarten und gibt es Nebenwirkungen?

Die Erfahrungen zeigen, dass ca. 2/3 der Patienten gut auf eine Schmerztherapie mit Botulinumtoxin ansprechen. Meist verschwinden die Schmerzen komplett oder die Anfallsfrequenz ist deutlich reduziert. Mit dem Nachlassen der Botulinumwirkung nach 3-6 Monaten kehren dann auch allmählich die Schmerzen wieder. Nebenwirkungen sind bei vorsichtiger Dosierung nicht zu befürchten. Bei hohen Dosen können theoretisch Muskelschwächen auftreten. Bei der Behandlung im Gesicht ist eine „Nebenwirkung“ das Verschwinden von Falten. Die Unbedenklichkeit einer Langzeitanwendung von Botulinum ist durch langjährige Anwendung bei neurologischen Indikationen belegt.

Was ist nach der Behandlung zu beachten?

Unmittelbar nach der Injektion können leichte Schwellungen auftreten, die sich im Allgemeinen nach 24 bis 48 Stunden zurückbilden. Auf die behandelten Areale darf für 3-4 Tage kein starker Druck ausgeübt werden. Sie dürfen im behandelten Gebiet keine Massagen und Lymphdrainagen durchführen lassen und im Bereich der Stirn keinen Helm oder festes Stirnband tragen ( ca.3-4 Tage). Das Auflegen von kühlen Umschlägen einige Zeit nach der Behandlung ist zu empfehlen, da es das Abklingen der Schwellung beschleunigen kann. Infrarotlichtanwendungen ( Infrarotsauna oder Infrarotlichtbestrahlungen) in den ersten 7 Tagen können die Wirkung von Botox reduzieren oder ganz aufheben.

Unter der Rubrik „Fragen & Antworten“ haben wir für Sie weiterführende Informationen, zu den am häufigsten gestellten Fragen unserer Patienten, zusammengefasst.

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