Implantatwechsel / Kapselfibrose

Wird ein Fremdkörper in den Körper eingebracht, so reagiert unser Organismus darauf. Anorganische Stoffe, wie Silikonimplantate, werden vom Körper als ungefährlich erkannt und der Organismus bildet eine Hülle, die sogenannte Kapsel. Das bedeutet, dass die Bildung einer Kapsel um Brustimplantate ein normaler Vorgang ist, der bei jeder Patientin stattfindet. Diese Kapsel ist in den meisten Fällen eine zarte und elastische Haut, die bei den Patienten keine Probleme bereitet.

Kommt es nun zu einer narbigen Veränderung mit Verdickung und Schrumpfung dieser Kapsel, spricht man von einer Kapselfibrose. Die Häufigkeit dieser Veränderung wird mit 1-5% angegeben und ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

So weiß man heute, dass Raucherinnen ein höheres Risiko für eine Kapselfibrose haben als Nichtraucherinnen. Nachblutungen, Entzündungen und Wundwasseransammlungen (Serome) erhöhen das Risiko ebenfalls. Besonders hoch ist die Gefahr einer Kapselfibrose bei Patientinnen, die sich z. B. wegen einer Brustkrebserkrankung einer Bestrahlung der Brust unterziehen mussten. Die Kapselfibrose tritt erst einige Zeit nach einer Brustvergrößerung, in den meisten Fällen im ersten Jahr nach der Operation auf, kann jedoch auch nach 10 Jahren noch entstehen. Da es sich um eine innere Vernarbung handelt, lässt sich eine Kapselfibrose nie sicher vermeiden.

Wie erkennt man eine Kapselfibrose?

Die Kapselfibrose wird entsprechend der klinischen Symptome in vier Stadien, die nach Baker benannt wurden, unterteilt.
Baker I: Es handelt sich um einen Normalbefund, bei dem u.U. eine leichte Verhärtung der Kapsel tastbar ist. Manchmal ist die Kapselfibrose im Ultraschall erkennbar.

Baker II: Die Verhärtung ist etwas stärker, die betroffene Brust kann in diesem Stadium gelegentlich schmerzen und spannen. Äußerlich ist keine Veränderung der Brustform zu sehen.

Baker III: Die Kapsel ist verhärtet und es zeigt sich eine beginnende Verformung der Brustimplantate und der äußeren Brustform, hier kann es zu stärkeren Schmerzen kommen

Baker IV: Die Kapsel um die Brustimplantate ist so stark geschrumpft und fest, dass das Implantat zusammengedrückt wird und die Brust deutlich deformiert wird. Meist wird das Implantat nach oben gedrückt und es kann zu starken Schmerzen kommen. Im Extremfall kann die zu enge Kapsel eine Ruptur (Platzen) des Brustimplantates auslösen.


Welche Behandlungsmöglichkeiten existieren?

In den Stadien I und II kann eine regelmäßige Massage der betroffenen Brust helfen, die Beschwerden zu bessern und ein weiteres Fortschreiten der Kapselfibrose aufzuhalten.
Bei der Behandlung einer Kapselfibrose ab dem Stadium III wird in der Regel eine OP empfohlen. Man tendiert entweder zur operativen Schlitzung (Kapsulotomie) der Kapsel oder, bei einer sehr stark ausgeprägten Kapselfibrose, zur Entfernung (Kapsulektomie) der Kapsel zusammen mit einem Austausch der Brustimplantate.

Zur Vermeidung eines Rezidives der Kapselfibrose werden neuartigere Implantatarten verwendet, die durch ihre texturierte (aufgeraute) Oberflächenstruktur besser in das umliegende Gewebe einwachsen und weniger Fremdkörperreaktionen des Körpers auslösen. In sehr seltenen Fällen sind Spezialimplantate mit einer besonderen Beschichtung aus Polyurethan notwendig. Wir informieren Sie gerne über die verschiedenen neuartigen Implantate.

Mitunter kann es notwendig sein, die Lage des Implantates zu ändern. Hier wird ein auf dem Muskel liegendes Implantat unter den Muskel platziert oder umgekehrt.
Früher durchgeführte Kapselsprengungen werden nicht mehr empfohlen, da ein Wiederauftreten häufig ist und das Implantat beschädigt werden kann.

 

Die Zeit nach der Operation

Um eine optimale Form der Brust zu erhalten, werden wir Ihnen, analog zur Nachbehandlung nach Brustvergrößerung, die erste Zeit einen Brustgurt, auch Stuttgarter Gürtel genannt, anlegen. Zusätzlich möchten wir Sie bitten, für mindestens sechs Wochen ununterbrochen den von uns zur Verfügung gestellten medizinischen BH zu tragen, der eine vollständige Abstützung der Brust gewährleistet.

Der Prozess der Wundheilung mit der Rückbildung der operationsbedingten Schwellung benötigt ca. 10-14 Tage, das definitive Ergebnis liegt jedoch erst nach Wochen bis Monaten vor.

Ab dem siebten Tag können Sie sich mit desinfizierenden Seifenlösungen duschen, auf ein Vollbad sollte jedoch in den ersten drei postoperativen Wochen verzichtet werden.
Nach ca. zwei Wochen werden im Rahmen eines Verbandswechsels die am Wundrand überstehenden Fäden entfernt.

Je nach Absprache mit dem Operateur sollten Sie ca. sechs Wochen auf intensive sportliche Tätigkeiten verzichten. Auch später ist bei sportlichen Aktivitäten das Tragen eines straff sitzenden Sport-BH’s empfehlenswert.

Wir möchten Sie bitten, Ihren behandelnden Frauenarzt über die Brustimplantate zu unterrichten, damit er die Ergebnisse der Brustkrebsvorsorgeuntersuchungen entsprechend werten kann.

Weitere allgemeine Genesungstipps finden Sie in unserem Ratgeber.

 

Eingriffspezifische Risiken

Als spezielle Risiken gelten bei diesen Eingriffen Asymmetrien, Infektionen und Heilungsstörungen, Narbenbildungen, Nachblutungen mit Blutergüssen sowie vorübergehende Gefühlsstörungen im Operationsgebiet. Da das Implantat vom Körper als Fremdmaterial erkannt wird, bildet das die Prothese umgebende Gewebe regelhaft eine neue Kapsel.

Rezidivrisiko:

Das Risiko eine erneute Kapselfibrose zu entwickeln ist individuell unterschiedlich und hängt unter anderem vom Lebenswandel ab. Genaue Angaben zur Häufigkeit sind daher schwer möglich. Generell lässt sich sagen, dass das Risiko eines Wiederauftretens nach einer Kapselfibrose höher ist als nach der ersten OP. Das Risiko lässt sich senken, wenn bereits vor der OP das Rauchen aufgegeben wird.

Unter der Rubrik „Fragen & Antworten“ haben wir für Sie weiterführende Informationen, zu den am häufigsten gestellten Fragen unserer Patienten, zusammengefasst.

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